Mystisches

Gerne möchten ich Dir hier nun noch zusätzliches grundlegendes Wissen vermitteln, welches in Bezug zu den Dingen stehen, welche ich auf mystically anbiete. Zudem möchte ich Dich motivieren, selber weiter in die Tiefen alter Weisheit und Lebensanschauung zu tauchen. Hierdurch bekommen die von mir angebotenen Artikel eine ganze andere Bedeutung.

Wir leben heute in der westlichen Welt in einer Zeit, wo wir alle überflutet sind von Informationen, welche bei genauem betrachten häufig nur zur materieller Entwicklung oder zur Unterhaltung nützlich sind. So kennen wir die privatesten Dinge von Stars aus Film und Musik, kennen jede Serie und jeden neu aufkommenden Trend und sind Spezialisten in Sachen Mode und Styling. Dabei besuchen wir lange Zeit die Schulbank um das nötige Fachwissen für die Berufswelt zu erlernen und bilden uns laufend weiter, um Karriere machen und materiell wachsen zu können. Geplagt von Stress, dauernd neu aufkommenden Wünschen, konstantem Wettbewerb und gegenseitigem Wetteifern leben wir zwar im materiellen Überfluss, haben jedoch die Mystik und den Spirit des Lebens teilweise verloren und leiden häufig an innerlicher Leere und Sinnlosigkeit.

Dem können wir nur begegnen, indem wir unseren Fokus nach innen lenken und uns fragen, ob wir wirklich glücklich sind und was uns glücklich macht. Zwar können wir "Glück" kurzzeitig durch gewinnen und kaufen erreichen, doch meinen ich hier das erfüllte Glück aus der Tiefe, welches ausstrahlt und allem mit Rücksicht, Respekt und Wohlwollen begegnet.

Die nachfolgenden Informationen sind ein kurzer Einblick in altes Wissen, Weltanschauung, Religionen und den Mystizismus. Ich haben mich auf Bereiche beschränkt, welche einen Bezug zu den angebotenen Artikeln auf dieser Website haben. Die folgenden Informationen sollen lediglich als Anregung dienen, selber weiter in die Mysterien des Lebens einzutauchen und somit ein persönliches, spirituelles Wachstum in Gang zu setzten oder voranzutreiben.

Inhalt

  • Religionen, Glauben, Weltanschauung und Rituale
  • Kult der Edelsteine
  • Edelstein-Heilkunde
  • Beads
  • Schutz- und Heilketten der Beduinen

Religionen / Weltanschauung

Animismus

Der Animismus ist eine spirituell-religiöse Vorstellung einer Allbeseeltheit. Jegliche Objekte der Natur wie Tiere, Pflanzen, Quellen, Felsen, Berge, Steine usw. wird eine "persönliche" Seele oder ein innewohnender Geist zugesprochen. Obwohl es keine einheitlichen animistischen Vorstellungen gibt, lassen sich einige wesentliche Merkmale aufzeigen. In jedem beseelten Stein, jeder Pflanze, jedem Tier und jedem Menschen entwickelt Lebenskraft einen eigenen Willen, der natürlichen Regeln folgt. Es herrscht die Vorstellung, dass ein Mensch einen Körper und mindestens eine Seele hat, die in gewisser Unabhängigkeit vom Menschen existiert. Sie ist ein zweites Ich des Menschen in der geistigen Welt. Verlässt dieses geistige Doppel den Menschen dauerhaft, wird er krank, schwach und kann sterben. Der Mensch lebt also in zwei Welten gleichzeitig, nach dem Tod des Körpers nur noch in der jenseitigen Welt.

Schamanismus

Schamanen haben Einfluss auf die Mächte des Jenseits und werden als spirituelle Spezialisten bezeichnet, die über magische Fähigkeiten als Vermittler zur Geisterwelt verfügen. Sie setzen ihre Fähigkeiten vorwiegend zum Wohle der Gemeinschaft ein, um in unlösbaren erscheinenden Krisensituationen die kosmische Harmonie zwischen Diesseits und Jenseits wiederherzustellen.

Teil der klassisch-schamanischen Kosmologie war die Jenseitsvorstellung von einem mehrschichtigen Kosmos aus drei Ebenen: In der Ober- und Unterwelt existieren wohl- und übelwollende Geister und eine Weltachse verbindet die drei Ebenen im Zentrum miteinander. Diese Achse wird je nach Kultur durch den Weltenbaum, das Rauchloch in der Jurte, einen heiligen Berg oder auch durch die Schamanentrommel symbolisiert. Die Seele wurde als eine vom Körper unabhängige Entität betrachtet, die auf dieser Achse mit Hilfe von Tiergeistern in die Geisterwelt reisen kann.

Die so genannte rituelle Ekstase ist ein wesentliches Element des klassischen Schamanismus. Je nach Krankheit eines Patienten begab sich der Schamane auf eine "Seelenreise in die Welt der Geister" um dort Kontakt mit ihnen aufzunehmen bzw. ihr Wirken im Sinne des zu lösenden Problems positiv zu beeinflussen. In der Regel hielt man das natürliche Gleichgewicht zwischen den Welten in irgendeiner Weise für gestört und es sollte auf diese Weise wieder ausbalanciert werden.

Solch eine Geisterbeschwörung war eine stark ritualisierte Angelegenheit, die verschiedene Massnahmen erforderte und die zur richtigen Zeit am richtigen Ort stattfinden musste. Die eigentliche Ekstase wird ja nach kultureller Prägung entweder als Hinaustreten der eigenen Seele oder als Besessenheit durch einen Geist erlegt. Das Hinaustreten wird als magischer Flug in eine andere raum- und zeitlose Welt beschrieben, in der Menschen und Kosmos eine Einheit bilden, so dass sich Antworten und Erkenntnisse offenbaren, die auf normalem Wege unerreichbar bleiben würden. Das Erleben dieser inneren Dimension ist für den Schamanen ausgesprochen real und höchst bewusst. Ganz im Gegensatz dazu steht die rituelle Ekstase der Besessenheit. Der Schamane hat das Gefühl, ein Wesen aus der Anderwelt würde in ihn einfahren und sich seines Körpers für die Dauer des Rituals bemächtigen, um die gestellte Aufgabe zu lösen.

Um solche Zustände zu erreichen werden bestimmte Formeln, rituelle Handlungen und mentale Techniken eingesetzt. Das sind zum Beispiel das Verbrennen von Räucherwerk, bestimmte Rhythmen auf Trommeln oder Rasseln, Tanz, Gesang oder besondere Atemtechniken.

Ethnische Religionen Afrikas

In Afrika leben fast 3000 unterschiedliche Ethnien und die meisten Afrikaner haben bereitwillig oder unter Zwang den Islam oder das Christentum angenommen. Trotz vieler Ethnien und Fremdeinflüssen weisen diese zahlreiche grundlegende Gemeinsamkeiten auf.

Jedes Ereignis im Leben wird auf übernatürliche Ursachen zurückgeführt. Die Vorstellung einer Lebenskraft, die die diesseitige mit der metaphysischen Welt verbindet, ist zentral. Die afrikanische Religion ist lebensbejahend und ihr höchster Wert ist die allseitige Harmonie. Allerdings verbirgt sich im Volksglauben auch viel Angst vor Geistern, Ahnen und Magie.

All diese Völker haben die Vorstellung eines Schöpfergottes, der jenseits der menschlichen Vorstellung unerreichbar ist. Die Kosmologie ist zentral bei allen Eingeborenenreligionen Afrikas und enthält die Ursprünge der Stämme und ihre einstigen Wanderungen. Weiter erklärt sie den Ursprung von Leben und Tod, die Natur der Gesellschaft, die Beziehung zwischen Mann und Frau und von Lebenden und Toten. Soziale Werte werden meist in Mythen, Legenden, Sagen, Märchen, Rätseln und dergleichen verschlüsselt; sie sind für Aussenstehende oft nicht leicht zu deuten, da sie oft spezifische historische und lokale Inhalte transportieren.

Afrikanische Mythen handeln meist vom Ursprung und Tod des Menschen. Einige erzählen von der Schöpfung, vom Verlust des Paradieses und der Unsterblichkeit. Daneben gibt es Mythen über Geister, Magie und Hexen. Vor allem in westafrikanischen Mythen spielen Zwillinge eine wichtige Rolle, dazu Flussgötter und Dämonen.

Es herrscht allgemein die Vorstellung von Ahnen- und Totengeistern, die unter Umständen göttliche Qualitäten erlangen können. Die Ahnen haben ihren Platz unter den wichtigsten kosmischen Mächten, wirken schützend und helfen in das Alltagsleben hinein, wie die Wächterfiguren in zahlreichen afrikanischen Kulturen auch figürlich demonstrieren. Ahnen verhalten sich ähnlich wie Schutzgeister. Mit Hilfe von als Medium befähigten Menschen, Träumen oder Visionen können die Ahnen ihre Wünsche kundtun, die dann möglichst erfüllt werden müssen. Auch die Vorstellung der Besessenheit durch Geister existiert bei einigen Völkern. Trance bzw. Ekstase, meist durch Tänze, nie durch Drogen, sind dabei üblich. Die Besessenheit kann positiv sein und durch Medizinmänner genutzt werden oder negativ als Folge einer Übernahme durch eine feindliche Geistmacht, die dann vertrieben werden muss. Die wichtigsten Geistmächte stehen gewöhnlich in Verbindung mit Dingen oder Wesen, mit denen die Menschen täglich umgehen oder die sie aus der Vergangenheit kennen. Verschieden Arten von Geistern sind unterschiedlichen Ebenen zugeordnet: Luft, Erde, Flüsse, Wälder, Berge usw. Bis heute ist der Glaube an Hexerei und Zauberei ausgeprägt und dient vor allem dazu, den Menschen, die sich ihrer geringen Kontrolle von Natur und Gesellschaft durchaus bewusst waren, Unglücksfälle und Schicksalsschläge aller Art zu erklären. Talismane sind darum zur Abwehr sehr verbreitet. Menschen in ganz Afrika haben in unterschiedlichem Masse Zugang zu mystischer Kraft. Wird sie gegen andere eingesetzt, gilt sie als Zauber oder Hexerei, gegen die sich die Gemeinschaft dann wehrt. Der westafrikanische Voodoo ist ein Beispiel dafür. Wahrsagerei und Orakel sind weit verbreitet, ebenso die magische Beeinflussung des Wetters und Heilmagie. Der Begriff des Medizinmanns ist hier wie in anderen Kulturen dafür indikatorisch Riten sind überall für bestimmte Lebensstadien gebräuchlich und können lokal sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.

Jainismus

Eine in Indien beheimatete Religion welche davon ausgeht, dass sich in der Welt zwei Prinzipien gegenüberstehen: Geistiges und Ungeistiges. Das Geistige beruht auf einer unendlichen Anzahl individueller Seelen. Das Ungeistige umfasst die fünf Kategorien: Bewegung, Ruhe, Raum, Stoff und Zeit. Alles Stoffliche ist beseelt, nicht nur Menschen und Tiere, sondern auch Pflanzen, Steine und Wasser.

Die ursprüngliche Reinheit und Allwissenheit der Seele wird jedoch durch die Folge von Karma getrübt. Jedwede karmische Tat, ob intentionell oder nicht, zwingt zum Verbleib im Kreislauf der Wiedergeburten, bis alles Karma getilgt ist. Eine Reinigung der Seele wird im Jainismus durch sittliche Lebensweise und strenge Askese erreicht.

Die drei universellen ethischen Grundprinzipien sind "Ahimsa" - Gewaltlosigkeit gegenüber allen beseelten Existenzformen, "Aparigraha" - Unabhängigkeit von unnötigem Besitz und "Satya" - Wahrhaftigkeit. Die fünf grossen Gelübde: Nicht töten oder verletzen von Lebewesen, Verzicht auf nicht wahrheitsgemässe Rede, kein vergreifen an fremdem Eigentum, keine unkeuschen Beziehungen und nur lebensnotwendige Güter besitzen.

Wegen des Ideals der Nichtverletzung von Lebewesen ernähren sich Janas so, dass keine Tiere dafür sterben müssen und Pflanzen nur im unvermeidlichen Mass geschädigt werden.

Hinduismus

Weltanschauung welche davon ausgeht, dass Leben und Tod ein ständig wiederholender Kreislauf (Samsara) sind und die Seele jeweils immer wieder aufs Neue reinkarniert. Götter, Menschen und Tiere durchwandern nach hinduistischer Glaubensvorstellung in einen durch ewige Wiederkehr gekennzeichneten Kreislauf. Während des Lebens wird je nach Verhalten gutes oder schlechtes Karma angehäuft. Dieses Gesetz von Ursache und Wirkung von Handlungen beeinflusst nach hinduistischer Vorstellung zukünftige Reinkarnationen. Die persönliche Erleuchtung ist der Endpunkt der Entwicklung des Geistes. Es werden viele Götter verehrt und ein zentrales Element sind Haus- und Opferrituale. Einer der wichtigsten Begriffe im Hinduismus ist das Brahman - der höchste kosmische Geist. Brahman ist die unbeschreibbare, unerschöpfliche, allwissende, allmächtige, nicht körperliche, allgegenwärtige, ursprüngliche, erste, ewige und absolute Kraft. Es ist ohne Anfang, ohne ein Ende, in allen Dingen enthalten und die Ursache, die Quelle und das Material aller bekannten Schöpfung. Ration unfassbar und doch dem gesamten Universum immanent. Der Mensch ist in seinem innersten Wesenskern mit dem Brahman identisch. Dieser innere Wesenskern wird auch Atman (Seele, ewige Essenz des Geistes) genannt.

Buddhismus

Lehrtradition und Religion mit Ursprung in Indien. Die Buddhisten berufen sich auf die Lehren des Siddhartha Gautama. Er wird als der "historische Buddha" bezeichnet (Erwachter). Der Buddha selbst sah sich weder als Gott noch als Überbringen der Lehre eines Gottes. Er stellte klar, dass er die Lehre nicht aufgrund göttlicher Offenbarung erhalten, sondern vielmehr durch eigene meditative Schau ein Verständnis der Natur des eigenen Geistes und der Natur aller Dinge gewonnen habe. Diese Erkenntnis sei jedem zugänglich. Er verwies dabei auf die Vergeblichkeit von Bemühungen, die Welt mit Hilfe von Begriffen und Sprache zu erfassen, und mahnte gegenüber dem geschriebenen Wort oder feststehenden Lehren eine Skepsis an. Die buddhistische Lehre kennt weder einen allmächtigen Gott noch eine ewige Seele.

Grundlagen der buddhistischen Praxis und Theorie sind die "Vier Edlen Wahrheiten":

  • Die Erste Edle Wahrheit, dass das Leben in der Regel vom Leid über Geburt, Alter, Krankheit und Tod geprägt ist
  • Die Zweite Edle Wahrheit, dass dieses Leid durch die Drei Geistesgifte "Gier, Hass und Verblendung" verursacht wird
  • Die Dritte Edle Wahrheit, dass zukünftiges Leid durch die Vermeidung dieser Ursachen nicht entstehen kann bzw. aus dieser Vermeidung Glück entsteht
  • Die Vierte Edle Wahrheit, dass die Mittel zur Vermeidung von Leid, und damit zur Entstehung von Glück, in der Praxis der Übungen des Edlen Achtfachen Pfades zu finden sind. Diese sind: rechte Erkenntnis, rechte Absicht, rechte Rede, rechtes Handeln, rechtem Lebenserwerb, rechter Übung, rechter Achtsamkeit und rechter Meditation.

Nach der buddhistischen Lehre sind alle unerleuchteten Wesen einem endlosen leidvollen Kreislauf (Samsara) von Geburt und Wiedergeburt unterworfen. Ziel der buddhistischen Praxis ist, aus diesem Kreislauf des ansonsten immerwährenden Leidenszustandes herauszutreten. Dieses Ziel soll durch die Vermeidung von Leid, ethisches Verhalten, die Kultivierung der Tugenden, die Praxis der Versenkung (Meditation) und die Entwicklung von Mitgefühl für alle Wesen und allumfassender Weisheit erreicht werden. Auf diesem Weg werden Leid und Unvollkommenheit überwunden und durch Erleuchtung (Erwachen) der Zustand des Nirwana, der Leidlosigkeit bzw. der Zustand des Glücks realisiert.

Karma bedeutet "Tat, Wirken" und bezeichnet das sinnliche Begehren und das Anhaften an die Erscheinungen der Welt (Gier, Hass, Ich-Sucht), die Taten, die dadurch entstehen und die Wirkung von Handlungen und Gedanken in moralischer Hinsicht. Es bezieht sich dabei auf alles Tun und Handeln sowie allen Ebenen des Denkens und Fühlens. All das erzeugt entweder gutes oder schlechtes Karma oder kann karmisch neutral sein. Gutes wie schlechtes Karma erzeugt die Folge der Wiedergeburten, das Samsara. Höchstes Ziel des Buddhismus ist es, diesem Kreislauf zu entkommen, indem kein Karma mehr erzeugt wird. Samsara umfasst alle Ebenen der Existenz, sowohl jene, die wir als Menschen kennen, wie auch alle anderen, von den Höllenwesen bis zu den Göttern. Alle Wesen sind im Kreislauf des Lebens gefangen, daran gebunden durch Karma: ihre Taten, Gedanken und Emotionen, durch Wünsche und Begierden.Nirwana bezeichnet die höchste Verwirklichungsstufe des Bewusstseins, in der jede Ich-Anhaftung und alle Vorstellungen/Konzepte erloschen sind. Nirwana kann mit Worten nicht beschrieben, es kann nur erlebt und erfahren werden.

Weder das rein intellektuelle Erfassen der Buddha-Lehre noch das Befolgen ihrer ethischen Richtlinien allein reicht für eine erfolgreiche Praxis aus. Im Zentrum stehen daher Meditation und Achtsamkeitspraxis. Von der Atembeobachtung über Mantra-Rezitation, Gehmeditiation, Visualisierungen bis hin zu thematisch ausgerichteten Kontemplationen wurde eine Vielzahl von Meditationsformen entwickelt. Ziele der Meditation sind vor allem die Sammlung und Beruhigung des Geistes, das Trainieren klar-bewusster Wahrnehmung, des tiefen Sehens, das Kultivieren von Mitgefühl mit allen Wesen, die Schulung der Achtsamkeit sowie die schrittweise Auflösung der leidvollen Ich-Verhaftung. Achtsamkeit ist die Übung, ganz im Hier und Jetzt zu verweilen, alles Gegenwärtige klarbewusst und nicht wertend wahrzunehmen. Diese Hinwendung zum momentanen Augenblick erfordert volle Wachheit, ganze Präsenz und eine nicht nachlassende Aufmerksamkeit für alle im Moment auftauchenden körperlichen und geistigen Phänomene.

Bön (Tibet)

Bön war die vorherrschende Religion in Tibet, bevor der Buddhismus ins Land gelangte. Es kam zu einer gegenseitigen Beeinflussung der Religionen, wobei aus dem Bön rituelle und schamanistische Elemente oder Gottheiten in den Buddhismus gelangten, umgekehrt der Buddhismus die Philosophie des Bön tiefgehend beeinflusste.

Der so genannte Alte Bön bezieht sich auf vorbuddhistische Riten und religiöse Anschauungen. Während der spätere Bön z.B. die Lehre von Karma und Reinkarnation angenommen hat, spielten im frühen Bön das Leben nach dem Tod eine grosse Rolle, so dass Begräbnisriten besonders wichtig waren. Hier spielten beseelte Naturphänomene (Animismus) und deren Beherrschung und Besänftigung durch magische Rituale eine wichtige Rolle. Die magischen Rituale des Bön drehen sich z.B. um Tranceerlebnisse, Opfer an die Götter, Wahrsagen, Reisen in die Unterwelt, den medialen Kontakt zu Geistern und die Abwehr von Dämonen.

Die Praktiken des Bön sind komplex und vielfältig. Grundlegend sind symbolische Handlungen und Rituale. Mysterienspiele in denen Maskentänze und Gesänge aufgeführt werden und Opfergaben dargebracht werden, reichen bis in die vorbuddhistische Zeit zurück. Vom Buddhismus übernommen wurde der Phurba-Kult. Phurbas sind magische Dolche, die in vielen Ritualen eingesetzt werden, z.B. zur Dämonenbannung oder zur Reinigung von schädlichen Einflüssen. In der Bön-Religion gilt jede natürliche Erscheinung als beseelt, so dass es eine fast unüberschaubare Fülle von Geistern, Göttern, Dämonen und Fabelwesen gibt. Diese Wesen leben an Orten, die in der Kosmologie des Bön benannt werden

Ritual

Ein Ritual ist eine nach vorgegebenen Regeln ablaufende Handlung mit hohem Symbolgehalt. Rituale sind häufig im Bereich der Religion verankert. Als religiöse Riten lassen sich alle in einer Religionsgemeinschaft üblichen oder geregelten Praktiken oder Rituale bezeichnen, die der religiösen Lebensführung oder dem Kult dienen (kultische Handlungen, Verehrungspraktiken, die Rezitation von Gebeten oder Mantras, religiöse Tänze und Gesänge, Beschwörungen, Orakelbefragungen, Heilungsrituale, rituelle Waschungen oder magische Rituale).

Praktisch alle magischen Traditionen beinhalten ritualisierte Formen der Magie. Im Unterschied etwa zu religiösen oder gesellschaftlichen Ritualen werden magische Rituale nicht unbedingt zu festen Anlässen in gleicher oder ähnlicher Form wiederholt, wobei jedoch viele Magier darauf bedacht sind, ihre Rituale zu Zeiten durchzuführen, die dem ritualmagischen Aktes dienlich sein sollen.

Rituale haben eine sehr starke Wirkung, da wir uns durch das Ritual stark fokussieren und unser Vorhaben und Ziele ins Zentrum rücken oder unsere Schwächen und Ärgernisse ins Bewusstsein holen und so besser daran arbeiten können. Zum einen können Rituale stark vorgegeben sein und je nach Religion oder Kult müssen alte Rituale strickt eingehalten werden. Auf der anderen Seite sind Rituale auch stark persönlich und können selber erarbeitet und gelebt werden.

Kult der Edelsteine

Die Geschichte der Edelsteine, angefangen vom Rohstein, seinem geheimnisvollen Werden und Entstehen, bis zu den staunenswerten Schmuckstücken der modernen Juwelierkunst, ist eine einzige Wundergeschichte.Wie sie durch gewaltige Naturprozesse ihre Formen, ihr Farbenspiel, ihre Härte vor Millionen von Jahren aus nur wenigen Grundstoffen gebildet haben, ist für die Wissenschaft trotz modernster Untersuchungsmethoden der Edelsteinerforschung ein noch nicht völlig gelöstes Rätsel.

Paracelsus nennt sie einmal sehr treffend „die höchste Subtilität der Natur“. Wegen ihrer Seltenheit und Härte, ihres Glanzes, ihrer geheimnisvollen anmutenden, regelmässigen Kristallflächen wurden sie bei allen Völkern angestaunt und als höchste Wertgegenstände betrachtet. Man verehrte in ihnen etwas Rätselhaftes und mehr als den blossen bunten Stein. Man sah in ihm unerklärbare magische Kräfte, die Welt und Leben durchwirken. Mehr noch: Man legte ihnen selbst göttliche, Heilung bringende Kräfte bei. Das erst machte sie zum adeligen, zum edlen Stein und erhob sie hinaus über alle anderen Gebiete der Steinwelt. Menschliche Vorstellung verknüpfte mit ihnen religiöse und mystische und erst in zweiter Linie ästhetische Erlebnisse.

Im religiösen Kultleben spielten deshalb Edelsteine eine hervorragende Rolle:Verzierung und Besetzung von Kultgeräten mit edlen Steinen ist eine Tradition, der wir Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung bereits bei den ältesten Kulturvölkern der Erde begegnen – sie beweisen am deutlichsten den ursprüngliche sakralen Charakter der Hochschätzung der Edelsteine:

  • Wir finden Edelsteine als religiöse Weihgaben und als glückbringende Talismane in den Grabkammern der Pyramiden ägyptischer Pharaonen
  • Als kostbare Embleme mit sakraler Bedeutung in den Tempeln der vielen indischen Gottheiten
  • In den unnahbaren Kaiserpalästen chinesischer „Herrscher des Himmels“
  • In den Heiligtümern der Mayas und den Prachtbauten der Azteken mit ihrer hoch entwickelten Kultur
  • In den goldenen Kronen der gesalbten Kaiser des christlichen Mittelalters
  • etc.

Wie von Pol und Gegenpol werden die Edelsteine umkreist von Ästhetik und Magie: Ästhetik, geboren aus dem Schmuckbedürfnis des Menschen, Magie hervorgegangen aus seinem Drang nach Enträtselung des Geheimnisvollen und einer gewissen Lebensangst. Dieser Hang und Drang des Menschen nach Übersinnlichem oder Magischem liegt weit ab von allen Köstlichkeiten, die die Edelsteine mit heisser Sehnsucht erstrebenswert und schätzenswert machen. Ihr Farbenspiel, ihre Seltenheit und ihre Härte alleine hätten ihnen nie ihren Adel verliehen. Ein altes Weistum von mystischen und zauberischen Kräften, wie Krankheiten und böse Geister zu bannen und Glück zu verleihen, ist mit ihnen verbunden. Je seltener und kostbarer der Edelstein war, umso höher schätzte man seine Zauberkraft und trug die Steine gerne als Talismane und Amulette. Der Gebrauch dieser glückbringenden (Talismane) oder unheilabwehrenden Gegenstände (Amulette) findet sich bei allen Völkern aller Kulturstufen. Die Lehre von den für jedes Schicksal und für jeden Charakter bestimmten Steinen ist ein uraltes okkultes Weistum.

Die verschlungenen Wege aufzudecken, die zu der magischen Rolle der einzelnen Steine als Talismane geführt haben, ist sehr schwer. Sicher ist wohl, dass der Ursprung der glückbringenden und auch der sogenannten Gesundheitssteine in astrologischen Anschauungen wurzelt. Der Edelsteintalisman ist ein Instrument der Astrologie. Nach uralter astrologischer Lehre ist das Natur- und Menschenleben kosmisch verankert. Wie das Horoskop mit der Stellung der Planeten und Tierkreiszeichen zueinander angeblich die Faktoren zu erkennen gibt, die das Leben des Menschen massgebend beeinflussen, so soll dieser Erkenntnis auch die Möglichkeit gegeben sein, durch einen individuell angefertigten Edelsteintalisman ausgleichend und fördernd zu wirken. Er soll die „üblen“ Kräfte abschwächen, die durch eine schlechte Bestrahlung von Unglücksplaneten, Mars, Saturn, entstanden sind, jedoch die Einflüsse von Glücksplaneten wie Venus und Jupiter für seine Träger stärken. Manche dieser Steine, so glaubte man und glaubt es noch heute, standen zu ihrem Träger in so engem Verhältnis, dass sie ihn durch Ändern der Farbe vor drohendem Unheil warnen und auf ihn einen erzieherischen Einfluss ausüben.

Dieser Glaube, nach dem Edelsteine mit magischen Kräften der Gestirne geladen sind, drang durch die „Steinbücher des Hellenismus“ in die arabische Welt (Theophrast, ein Schüler des Aristoteles, schrieb das erste Steinbuch). Hier erreichte die magische Edelsteinmedizin ihren Höhepunkt. Auf dem Weg über arabische Übersetzungen des Aristoteles kamen dann die Ideen über die magischen Einflüsse der Edelsteine aus der mesopotamischen Heimat des Sternglaubens, nach Durchdringung der gesamten Mittelmeerkultur, in das christliche Abendland. Ausser ihren abergläubischen-talismanischen Kräften besassen die Edelsteine aber nach volksmedizinischem Glauben auch wirksame Heilkräfte. Die Verwendung dieser „Gesundheitssteine“ als Medikamente hing mit der Ähnlichkeit ihrer äusseren Erscheinung mit den erkrankten Organen zusammen oder mit den Symptomen einer Krankheit. Einen Höhepunkt erreichte diese Edelsteinmedizin bei den Arabern und wurde geradezu zu einem wissenschaftlichen System ausgebildet. Sie pulverisierten die kostbaren Steine, rösteten sie, unterwarfen sie chemischen Reaktionen und verschrieben sie in Form von Pillen als richtige Medikamente. Avicenna (980 bis 1037), der grosse arabische Arzt und Philosoph, empfahl besonders Perlen, Korallen und Bernstein als Heilmittel und in seinem „Canon Medicinae“, die berühmte Edelsteinlatwerge „Confectio de Hyazintho“, die durch Jahrhunderte in den abendländischen Apotheken als hervorragendes Herz- und Pestmittel geführt wurde. Nach Paracelsus gehörten Edelsteine als mineralische Arzneien in pulverisiertem Zustand als „Stärkungs- und Verteidigungsmittel von allen üblen Zuständen“ in jedes Rezept. Diese medizinsch-abergläubische Lehre, die vielfach auf dem sympathisch-homöopathischen Grundsatz beruhte: „Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt“, hat sich in der Volksmedizin, bei Astrologen und Esoterikern bis in unsere Zeit erhalten.

Was ist ein Edelstein?

Seit der Mensch begann, bewusst über diese Erde zu schreiten, mussten ihm die an wenigen Stellen zutage tretenden, seltsame geformten und durch herrliche Farben und leuchtenden Glanz hervorstechenden Naturgebilde auffallen. Mit ihren geheimnisvollen, regelmässigen Kristallflächen wurden sie als ganz besondere Schöpfungswunder angesehen. Man glaubte, dass sie aus seltenen, sonst in der Natur nicht vorkommenden Stoffen bestehen. Sie waren daher früher in der Hauptsache Attribute der religiösen Würdenträger und weltlichen Machthaber, während sie heute jedem zugänglich sind. Es gibt kaum ein persönlicheres und eindruckvolleres Geschenk für einen geliebten Menschen als einen Edelstein, das Symbol des Ewigen und Unvergänglichen.

Das Mineralreich hält der Nichtfachmann allgemein für eine tote, leblose Welt, in der sich im Gegensatz zu der vielgestaltigen Tier- und Pflanzenwelt nichts Wesentliches mehr ereignet. Dabei steckt dieses Reich genau so voller Wunder und steht den Rätseln und Geheimnissen der organischen Welt in nichts nach, ja man musste bei näherem Eindringen in diese Geheimnisse die frühere strenge Grenze zwischen Organischem und An-organischem fallen lassen, weil man mit Staunen erkannte, dass in beiden genau die gleichen Gesetze herrschen. Das grösste Wunder der anorganischen Welt ist der Kristall.

Unter Kristallen verstehen wir Mineralien, die von ebenen, gesetzmässig angeordneten Flächen begrenzt sind. Diese Gebilde kann man ohne Übertreibung als die Lebewesen des Mineralreichs bezeichnen. Kristallen begegnen wir überall. Das Kochsalz zum Beispiel ist kristallisiert, und jedermann kennt die Kristalle, die der Winter uns beschert: die Eiszapfen, die Schneekristalle und die zierlichen Eisblumen an den Fenstern. Diese Gebilde offenbaren eine wunderbare Analogie zu den belebten Wesen der organischen Welt. Sie entstehen aus einem Keim, vergleichbar der tierischen Eizelle oder dem pflanzlichen Samen, wachsen und vergehen, wie die Lebewesen des Tier- und Pflanzenreiches. Wir können diese Erscheinungen gut an einer gesättigten Zuckerlösung beobachten. Wo selbst mit dem Mikroskop zunächst noch nicht das geringste zu sehen ist, sind plötzlich Keime da, aus denen in wunderbarer Symmetrie durch gesetzmässige Anlagerung von Substanz die Kristalle wachsen. Was wir hier im Kleinen, etwa im Reagenzglas, beobachten, hat sich vor vielen Millionen von Jahren in ungeheuerlichem Ausmass bei der Erkaltung der Erdrinde abgespielt.

Damals sind die Gesteine und damit auch die Edelsteine entstanden. Dieser Prozess ist jedoch keineswegs endgültig abgeschlossen. Auch jetzt noch vollziehen sich Gesteinsneu- und –Umbildungen, wenn auch in viel kleinerem Massstab, denn die damals herrschenden Verhältnisse – gewaltige Hitzegrade in Verbindung mit ungeheurem Druck – haben sich grundlegend geändert.

Was uns die Kristallisation offenbart, das Streben nach Gestaltung und Symmetrie, ist eine allgemeine Erscheinung im Mineralreich. Weitaus die meisten Gesteinsarten sind also kristallisiert und nur wenige haben sich in ungeordneter Form gebildet. Diesen Gegensatz von „kristallisiert“ bezeichnet man als „amorph“, das heisst gestaltlos. Aber nicht nur die mit deutlich sichtbaren Kristallflächen ausgestatteten durchsichtigen Steine sind kristallisiert, sondern auch undurchsichtige, derbe Gesteinsmassen haben sich aus kleinsten unsichtbaren Kriställchen aufgebaut, sie sind mikrokristallin. Die äussere Gestalt eines Kristalls und sein innerer Aufbau bilden eine Einheit. Die Atome, aus denen der Kristall besteht, sind gesetzmässig gelagert, man spricht von einem Raumgitter. Die äusseren Atome dieses Raumgitters sind die sichtbaren Flächen, Kanten und Ecken des Kristalls. Man kennt sieben Kristallsysteme, die sich durch die Anzahl und Anordnung der Kristallachsen und Symmetrieebenen deutlich unterscheiden. Wir sprechen vom regulären, hexagonalen, quadratischen, trigonalen, rhombischen, monoklinen und triklinen System. Das reguläre ist das symmetrischste, mithin das vollkommenste, ablaufend bis zum triklinen, das am wenigsten symmetrische, also gewissermassen das unvollkommenste Kristallsystem.

Die gewonnenen Erkenntnisse aus der allgemeinen Mineralogie kann man auch auf die Edelsteine übertragen. Da die Edelsteine mineralogisch keine Sonderstellung einnehmen, birgt auch ihre chemische Zusammensetzung keine Besonderheiten. Die frühere Annahme, dass sie aus seltenen, sonst in der Natur nicht vorkommenden Stoffen bestehen, hat die moderne Wissenschaft zerstört, denn die Chemiker stellten fest, dass sich selbst die kostbarsten Edelsteine aus ganz allgemein bekannten und in der Erdrinde vielfach vorkommenden Stoffen zusammensetzen. Nur die aussergewöhnlichen Bedingungen, die beim Entstehen der Edelsteine vorhanden waren, liessen sie in der geschätzten Form wachsen.

Alle irdischen Körper bestehen aus Elementen; die Zusammensetzung aus mehreren Elementen bezeichnet man als chemische Verbindung. Alle Edelsteine sind solche Verbindungen. Eine Ausnahme macht nur der Diamant der aus einem einzigen Element, nämlich aus reinem Kohlenstoff besteht.

Zu beachten haben wir noch die Farbe der Edelsteine, denn sie bestimmt den Wert und die Schönheit der meisten Edelsteine. Wir unterscheiden hier eigen- und fremdgefärbte Steine. Bei den eigengefärbten Steinen ist die farbgebende Substanz am Aufbau beteiligt (betrifft die meisten Schmucksteine, welche nur in einer Farbe vorkommen). Bei den fremdgefärbten Steinen ist die Grundsubstanz farblos, und die Farbe wird durch Spuren von beigemengten Elementen hervorgebracht. Solche Steine, weitaus die meisten durchsichtigen Edelsteine, kommen daher in den verschiedensten Farben vor. Dabei kann ein und derselbe Stoff ganz verschiedene Farben hervorbringen. So verursacht etwas das Element Chrom zwei der schönsten Edelsteinfarben, nämlich das Rot des Rubins und das Grün des Smaragds. 

Eine wichtige Eigenschaft der Edel- und Schmucksteine ist die Härte; ihr verdanken sie die Dauerhaftigkeit und Unvergänglichkeit. Unter Härte versteht man den Widerstand, den ein Körper dem Eindringen eines anderen Körper entgegensetzt. Die Härte garantiert aber nicht unbedingt die Unverletzlichkeit, denn ein harter Körper kann spröde sein und daher leicht zerspringen, während ein weicherer Körper zäh und daher sehr dauerhaft zu sein vermag. Die Härte der Edelsteine wird seit alters her durch die Ritzprobe festgestellt. Hierzu wurde eine 10teilige Härteskala (Mohs Skala) aufgestellt.

Kult der Edelsteine: Dieser Text ist ein Auszug/Zusammenfassung aus dem Buch "Schmuck und Edelsteine" erschienen 1955 by Droemersche Verlagsanstalt München.

Edelstein Heilkunde

"Alles, was die Natur gebiert, das formt sie nach dem Wesen seiner Tugend"
(Paracelsus IV/781)

Grundverständnis

Alle schamanischen Kulturen und Naturreligionen haben ein analoges Weltbild mit analogen Prinzipien, welche in etwa so definiert werden können: "Wie oben, so unten" oder "Wie innen, so aussen". Dies weist auf die Herrschaft der geistigen Welt hin, da alles was sich realisiert (Materie), zuvor als Idee in der geistigen Welt hervorgegangen ist. Materie setzt sich aus winzigen Teilchen, den Atomen, zusammen. Diese wiederum bestehen aus noch kleineren Teilchen, den Protonen, Neutronen und Elektronen. Betrachtet man diese Struktur jedoch genauer, zeigt sich, dass diese energetischen Einheiten nicht materieller Natur sind, sondern dass es sich dabei um feinste Schwingungen handelt, welche sich gegenseitig beeinflussen und verbinden (Energie!). In diesem Sinne wirken auch Edelsteine auf uns Menschen, da deren Schwingung einen Einfluss auf das Energiefeld von uns Menschen haben. Hierbei spielen eine Reihe von Eigenschaften der Edelsteine eine Rolle wie z.B. Entstehung, chemische Zusammensetzung, Dichte, Härte, Farbe, Struktur, etc. Die analoge Sichtweise haben wir nicht nur bei der Edelsteinkunde, sondern auch z.B. bei der Astrologie, bei der Heilpflanzenkunde, der Homöopathie, der Akupunktur etc.

Welcher Stein ist der richtige?

Grundsätzlich kann anhand der Wirkungsfelder oben ein Stein bestimmt werden - eine viel bessere Methode ist jedoch, auf seine Intuition zu vertrauen. Der beste Stein ist wohl derjenige, welcher  Dich auswählt! Der, welcher Dich ruft und Deinen Blick am meisten anzieht. Meist erfüllt gerade dieser Stein das, was Du momentan am meisten benötigst.

Nachfolgend werden die verschiedenen Wirkungsfelder der Edelsteinheilkunde beschrieben. Dies sind: Signatur, Farbe, Kristallstruktur, Entstehungsbedingung, Härte, Element-Klassen, Metalle, Nichtmetallische Stoffe

Signaturlehre

Vereinfacht ausgedrückt, ist die Signaturlehre eine Arzneilehre, bei der vom Äusseren (Farbe und Form) auf das Innere (Wesen und Wirkung) geschlossen wird. Die Ähnlichkeit, die beispielsweise eine Blattform (z.B. Lungenkraut) mit einem Organ (Lungenflügel) oder einer Farbe (z.B. rot) mit einem Körpersaft (Blut) zeigt, lässt demzufolge auf die zu erwartende Heilkräfte schliessen. Signaturen, also besondere Merkmale oder Zeichen von Pflanzen, Tieren oder Mineralien, wurden bereits in vorgeschichtlicher Zeit beachtet. Das Heilwissen aller Naturvölker beruhte auf deren Signaturkenntnissen. Signaturen wie Farbe, Form oder Geschmack einer Pflanze spielen ebenfalls in den jahrtausendalten Heilsystemen der Chinesen (TCM), der Inder (Ayurveda) und der Tibeter eine Rolle. Ebenso flossen die Signaturen in die Heilkunde der Antike und des Mittelalters ein (z.B. Hildegard von Bingen, Paracelsus, etc.)

Wirkung der Farben

 "Weissblühende Pflanzen und silberfarbige Metalle und Gemmen haben des Mondes Eigenschaft"
Johannes Baptista Porta

Farben haben einen enorme Wirkung auf verschiedene Bereiche: körperlich, seelisch und sozial - Instinkt, Intuition, Inspiration. Weiss deutet eine Wirkung auf mondregierte Organe wie das Gehirn und mondhafte Prozesse wie Fieber an.

Das aufführen aller Farben und deren Wirkling auf Körper und Geist wäre zu Umfangreich weshalb ich hier bewusst darauf verzichtet habe. 

Transparenz

Undurchsichtige Steine: wirken auf den Körper und beeinflussen die Gefühlswelt
Durchsichtige Steine: wirken auf Geist, Wahrnehmung und Verstand - wirken durch die innere Haltung auf die Gefühlswelt

Wirkung der Kristall-Strukturen 

Kubisch
Kontrolle - Sicherheit, Regelmässigkeit etc. Unterstützen den Aufbau gesunder & dauerhafter Ordnung

Hexagonal
Eingrenzung, Ausrichtung - nicht beirren lassen, sich selber treu bleiben - Abbau von Stree und Hektik - Ermittelt neue Motivation, Offenheit, Ruhe, Gerechtigkeitssinn

Trigonal
Beständigkeit - Starker Umwelt- / Gruppenbezug, Teambildung - Überwinden von Trägheit, Klarheit über das Leben verschaffen 

Tetragonal
Trennen - Offenheit, Toleranz --> Abbau äusserer Fassaden, öffnen vor dem Gegenüber, verhindern innerer Einsamkeit

Rhombisch
Verbinden - Sicherheitsbedürfnis, Bedürfnis nach Anerkennung - Leere & Anlehnungsbedürfnis abbauen, mildern von Fremdbestimmung

Monoklin
Verändern - Kontaktfreudig, wenig Norm, Masslos - vermitteln Stabilität und reduzieren Beeinflussbarkeit und Rastlosigkeit

Triklin
Offen sein - Beeinflusst durch Umwelt, schwankend - Ausgleichen von Stimmungs-schwankungen, Passivität, Misstrauen und Opferhaltung. vertrauen bilden 

Amorph
Frei sein - Instabil, lebendig, Chaos - fördern Kreativität, Lebendigkeit und Spontanität

Wirkung der Entstehungsbedingungen

Primär
Erstarren von glühendem Magma in der Erdkruste oder an der Erdoberfläche. Diese Mineralien haben einen starken Einfluss auf die Selbstverwirklichung, das Selbstverständnis und begünstigt einen Neuanfang

Sekundärmineralien
Entsteht durch Verwitterung und Neuablagerung von gelösten Stoffen; es handelt sich somit um einen Umwandlungsprozess. Diese Mineralien unterstützen Veränderungen und Auseinandersetzungen mit der Umwelt oder unseren Mitmenschen

Tertiäre metamorphe Mineralien
Entsteht durch Umwandlung in der Erdkruste infolge grossem Druck & hoher Temperaturen - Metamorphose / Gestaltungsumwandlung. Dies Mineralien regen den inneren Wandlungsprozess an und helfen uns zu erkennen, was wir in unserem Leben ändern müssen, um wieder mehr zufrieden zu sein.

Härte

Die Härte wird mit der "Mohs" Skala gemessen

Harte Steine: Durchsetzungsfähig, Selbstbehauptung
Weiche Steine: Geborgenheit, Anteilnahme

Wirkung der Element - Klassen

Natürliche Elemente, z.B. Diamant, Gold, Platin, Silber, Blei etc
Stärken den persönlichen Standpunkt, Reinheit, Unbeeinflussbarkeit

Sulfide, z.B. Covellin, Realgar etc.
Aufdecken von verborgenem, Selbsterkenntnis

Halogenide, z.B. Flueorit, Halit etc.
auflösend, befreiened, einengende Gedankenmuster erkennen

Oxide, z.B Achat, Jaspis, Karneol, Korund, Rubin, Saphir, Tiegerauge, Amethyst, Aventurin, Bergkristall, Chalcedon etc.
erdend, stabilisierend, vervollkommnend

Karbonate, z.B. Azurit, Calcit, Malachit, Rhodochrosit
bewirken Fortschritt, aufbauend, inspirierend

Sulfate, z.B. Angelit, Baryt, Wulfenit
festigend, beruhigend, gut bei Überforderung

Phosphate, z.B. Apatit, Lazulith, Purpurit, Türkis, Variscit, Tantalit
stimmunsaufhellend, belebend, aktivierend

Silikate

Diese werden in 6 Arten unterteilt, da teilweise sehr unterschiedlich Aufgebaut

Insel-Silikate, z.B. Chiastolith, Hessonit, Staurolith, Topas, Zirkon
fördern Widerstandskraft, stärken Belastbarkeit

Gruppen-Silikate, z.B. Astrophyllit, Epidot
stärken Regeneration, geben Kraft

Ring-Silikate, z.B. Aquamarin, Beryll, Rubellit, Schörl, Smaragd
Energie, fördern Eigeninitiative, belebend

Ketten-Silikate, z.B. Bustamit, Charoit, Chromdiopsid, Jadeit, Kunzit, Larimar, Nephrit
Heilungsprozesse beschleunigen, vermitteln positive Stimmung

Schicht-Silikate, z.B. Charoit, Serpentin, Steatit, Stromatolith
schützend, stärken Abgrenzungen, verbessern im innern

Gerüst-Silikate, z.B. Amazonit, Labradorit, Lapis, Mondstein, Sonnenstein
Filterfunktion, aufnehmend/reflektierend
 

Wirkung der Metalle (Einfluss von metallgehalt in Edelsteines)

Aluminium, z.B. Amazonit, Amethyst, Jadeit, Korund, Labradorit, Lapis, Mondstein, Rubin, Saphir, Smaragd, Sodalith, Türkis, Turmalin
lindert Übersäuerung, unterstützt Aufnahme von Eisen im Darm, beruhigend, aktiviert die Sinne

Beryllium, z.B. Aquamarin, Beryll, Smaragd
nicht bekannt

Calcium, z.B. Aragonit, Bustamit, Flueorit, Diopsid, Labradorit
Knochen und Zähne, Zellstoffwechsel, Stoffaufnahme, Energiegewinnung, Aufnahmefähigkeit seelisch, gedächnisfördernd

Chrom, z.B. Aventurin, Smaragd, Fuchsit
lindert Diabetes, regt Fettstoffwechsel an, senkt Cholesterinspiegel, seelische Regeneration

Kalium, z.B. Amazonit, Charoit, Mondstein, Sugilith
Übertragung Neven- und Muskelzellen, reguliert Blutdruck und Nierenfunktion, befreit von Ängsten

Kupfer, z.B. Azurit, Chrysokoll, Covellin, Malachit, Türkis
Bildung von Blutkörperchen, Hormone, Eisenaufnahme, erhöht Traumaktivität, fördert Sinnlichkeit

Magnesium, z.B. Diopsid, Lazulith, Richterit, Staurolith
Stoffwechsel, krampflösend, beruhigt, entspannt

Mangan, z.B. Bustamit, Rhodochrosit, Sugilith
schmerzlindernd, Abwehrkräfte stärken, fördert Empfindsamkeit

Natrium, z.B. Charoit, Jadeit, Labradorit, Rhyolith, Sodalith, Sugilith
Wasserhaushalt, verleith Struktur

Silizium, z.B. Achat, Bergkristall, Chalcedon, Jaspis, Opal, Quarze
Eiweissaufbau, Haut, Haare, Nägel, Bindegewebe, verbessert Gehirnaktivität, verleiht Entschlossenheit

Wirkung nichtmetallischer Mineralstoffe

Chlor, z.B. Apatit, Lapis, Sodalith
hilft bei Schwächezuständen, verbessert Konzentration

Fluor, z.B. Apatit, Charoit, Fluorit
Knochen, Zähne

Phosphor, z.B. Apatit, Lapis, Purpurit, Türkis, Variscit
Stoffwechsel, Energiestoffwechsel, Konchenaufbau, stimmungsauf-hellend

Sauerstoff, z.B. Hämatit, Quarz
Energie, Vitalität, Kreativität

Schwefel, z.B. Covellin, Realgar, Schwefel-Quartz
Eiweiss, Hormone, Haut, Nägel, Haare, denkt verborgene Bewusst-seinsinhalte auf

Traditionelle fernöstliche Medizin

Sehr viele Erfahrungen mit Edelsteinen wurden in der traditionellen fernöstlichen Medizin gemacht, wie z.B. der chinesischen oder tibetischen Medizin. Auch das Medizinrad der Indianer in den USA sollte hier erwähnt werden. Gerne möchte ich Sie motivieren, tiefer in die einzelnen Weisheiten des Menschen einzutauschen und dabei immer wieder Begegnung mit den Mineralien dieser Erde zu machen. (z.B. Astrologie, Reflexzone, Feng Shui, Chakras, Farbheilkunde etc.) 

Persönliche Beratung

Für eine persönliche Beratung möchten wir Euch gerne Iris empfehlen, welche eine äusserst professionelle und ganzheitliche Steinheilkunde anbietet. Bei Interesse kontaktiert Iris direkt via www.stein-und-sein.ch.

 

Beads

Interessanterweise gibt es im Deutschen kein passendes Wort für "Beads". Schauen wir im Wörterbuch nach (z.B. LEO), dann finden wir dort als Übersetzung: Glasperle, Kügelchen, Perle, Rosenkranz oder Perlenschnur. Mit Bead wird im Englischen ein gebohrtes Objekt bezeichnet, welches meist rund oder länglich ist und selten grösser als 10cm (Länge, Durchmesser).

Was sind "Beads"

Beads sind universell und werden auf der ganzen Welt gefertigt. Es gibt kein Land welches in seiner Geschichte noch nie Beads herstellte. Diese werden von Männern wie Frauen als Schmuck, Glücksbringer, Amulett usw. getragen. Die meisten Materialien wurden zuerst zu Beads verarbeitet (z.b. Stein, Metalle, Faience, Glas, Plastik etc.). Neben dem Tragen wurden Beads jedoch auch zur Dekoration (Teppiche, Kleider), zum beschweren (z.B. Kordel) oder zum Zählen (Rosenkranz, Mala, Abakus) verwendet

Geschichte

Beads haben eine sehr lange Geschichte, welche gut vierzig tausend Jahre in die Vergangenheit reicht. Noch bevor der Mensch Höhlenmalerei oder Figuren fertigte, wurden Beads hergestellt. Beads sind somit die erste Kunstform des Menschen überhaupt! Diese wurden zuerst aus Samen, Federn, Muscheln und Knochen hergestellt - später dann auch aus Stein, Metall oder Glas. Noch heute werden alle diese Materialien für die Produktion von Beads verwendet. Vor allem in Stammeskulturen wurden Beads meist von der Geburt an bis zum Tode getragen und wurden als Grabbeigaben dem Träger fürs Jenseits mitgegeben. So finden wir in z.B. Egypten in praktisch allen Gräbern Beads.

Die erste grosse Revolution der Beads fand in der neuen Steinzeit statt. Der Mensch begann dich in dieser Zeit nieder zu lassen, pflanzte Weizen und hielt sich Tiere. Sie bauten Dörfer, erfanden die Töpferei, Pfeil und Bogen und vieles mehr. In dieser Zeit hatte der Mensch plötzlich Freiraum, da nicht alle Zeit für die Nahrungssuche verwendet wurde. Ein weltweiter Handel etablierte sich und exotische Matierialien wie Muscheln, Edelsteine und andere Objekte wurden gehandelt. Metall wurde erfunden und zuerst zu Beads verarbeitet. Auch Glas wurde zuerst ausschliesslich zu Beads verarbeitet und weltweit gehandelt. Das verlangen nach luxuriösen Gegenständen wuchs und somit erfolgte der Handel über immer grössere Strecken. Dörfer wuchsen zu Städten und aus Zivilisationen wurden Königreiche.

Bei diesem immensen Wachstum waren Beads ein begehrtes Handelsgut welche durch alle Schichten gehandelt und getragen wurden. Dabei entwickelten sich weltumspannende Handelsruten wie z.B. der Handel mit Afrika (ca. 1500 - 1900), die Edelstein-Industrie in west Indien (ca. 2500 vor Chr. bis heute), die Korallenindustrie des Mittelmeers, die indo-pazifische Bead Industrie (seit ca. 2000 jahren) und viele mehr.

Wo findet man Beads

Überall! Es gibt viele Händler und Shops welche Beads verkaufen. Viele Märkte dieser Welt führen eine grosse Auswahl von Beads. Antiquitätenhändler, Auktionen, Messen und neuerdings natürlich das Internet.

Für was werden Beads verwendet

Durch die Geschichte hatten Beads eine sehr weitreichende Bedeutung. Zum einen wurden sie natürlich als Schmuck getragen oder als "Beadwork" für Kleider verwendet. Daneben hatten sie jedoch auch eine stark magische und spirituelle Bedeutung, welche vor allen in der antiken Welt stark verbreitet war. So wurden zum Beispiel Löwenzähne oder Krallen getragen mit der Absicht, dass die Kraft und stärke des Löwen auf den Träger übergeht. Beads mit Augensymbolen (Evil Eye Beads) wurden als Schutz vor Bösem getragen (bis heute) und Steinperlen wurden eine heilende Wirkung zugeschrieben. Auch wurden Beads als Währung verwendet, bevor das eigentliche Geld eingeführt wurde. In guten Zeiten wurden Beads hinzugekauft und um den Hals getragen - in schlechten Zeiten wurden diese dann wieder gegen andere Gegenstände getauscht. Bis heute sind Beads zudem ein Statussymbol, welche Macht und Einfluss markieren. Hinzu kommt eine stark symbolische oder kommunikative Bedeutung. So ist in gewissen Stammeskulturen anhand der Perlen erkennbar, ob z.B. eine Frau in einem gebährfähigen Alter ist und welche Person Führungsaufgaben hat oder aus einer Herrscherfamilie stammt. Schlussendlich sind Beads auch kleine Kunstwerke, welche herausragende handwerkliche Fähigkeiten und Geschick demonstrieren und noch heute höchste Beachtung geniessen. So können einzelne antike Glasperlen leicht über tausend Dollar kosten oder es werden für echte antike dzi Perle leicht fünfstellige Summen ausgegeben. 

Beads bei mystically

Wir führen fast ausschliesslich von Hand gefertigte und antike Edelstein-, Glas- oder organische Perlen oder fertigen eigene Edelsteinperlen im antiken Stil. 

Schutz- und Heilketten der Beduinen

Je nach den Bedürfnissen des Trägers sind in ihrem Schmuck verschiedene Elemente zu einem besonders wirksamen Schutz mit mehreren Wirkungskomponenten verknüpft. Auf dem Markt können auf Garn aufgereihte Sammlungen verschiedener Perlen, Steine, Münzen, Knöpfe, Ringe usw. aus den unterschiedlichsten Materialien kaufen den einen oder anderen Stein auswählen.  Eine solche Sammlung wird "mhawwasah" genannt, abgeleitet vom Verb hawasa (anhäufen). Ebenso sammeln die Beduinenfrauen während sie in der Wüste unterwegs sind alle ihnen wegen Form oder Farbe ins Auge springenden Gegenstände und verwenden sie für ihren Halsschmuck. Je ungewöhnlicher ein Fund ist, umso wertvoller ist er. Gelegentlich finden sich auch Grabbeigaben wie Fayencen, Rollsiegel, römische Glasperlen und sogar aus prähistorischen Zeiten stammnde Artefakte. Da sie durch viele Hände gegangen sind, sind alte Funde besonders wertvoll, insbesondere die Grabbeigaben, die den Toten nahe waren und etwas von ihrer Seelenkraft aufgenommen haben.

Die gekauften oder gesammelten Steine und Perlen können je nach Anwendungsbereich auf verschiedene Art verwendet werden. Als Prophylaxe reicht schon das blosse Umhängen einer aus diesen Steinen aufgefädelten Halskette. Als Therapie können einzelne Steine oder die ganze Kette ins Wasser gelegt werden, mit dem die zu schützende Person gewaschen wird. Die Übergabe der Halskette von der Mutter an die Tochter kann noch zu Lebzeiten der Mutter geschehen, etwa wenn diese nach der Menopause keine Kinder mehr gebären kann oder wenn sie dank vieler männlicher Kinder bereits einen gesicherten Status erworben hat. Die Tochter kann die Kette tragen, als Andenken aufbewahren oder entsprechend ihren Bedürfnissen wieder neu zusammensetzen oder ergänzen. 

Auch wenn heute die meisten Beduinen im Negev Zugang zur modernen Medizin haben, können die Amulette noch immer ihre woltätige Wirksamkeit entfalten, sowohl im Alltag als auch bei Erkrankungen, insbesondere bei psychosomatischen. Trägt jemand einen Liebeszauber, so vermag dies sein Verhalten gegenüber dem geliebten Menschen positiv zu beeinflussen, und bekommt man ein Amulett gegen eine bestimmte Krankheit, so wirkt diese ähnlich wie ein Plazebo in der modernen Medizin. Jedenfalls haben es die Beduinen mit diesen Mitteln verstanden, ihr Schicksal und das harte Leben in der Wüste über Jahrhunderte hinweg als annehmbar zu empfinden - eine Tatsache, die allein schon für diese Art der Lebensbewältigung spricht

Auszug aus dem Buch "Beduinen im Negev" von Elisabeth Biasio - Herausgegeben vom Völkerkundemuseum der Universität Zürich mit richtlich Bild- und Textmaterial (ein Kauf ist sehr zu empfehlen)